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Mit Kompetenz die Geister der Zeit beherrschen
neujahrsempfang_der_cdu_westerburg_januar_2012.jpgNeujahrsempfang Thüringens Innenminister Jörg Geibert zu Gast bei der CDU Westerburg. (Foto: Westerwälder Zeitung) M Westerburg. Mit Jörg Geibert (CDU), Innenminister des Freistaates Thüringen, hat die CDU Westerburg einen Gastredner für ihren traditionellen 27. Neujahrsempfang verpflichten können, für den sein Auftritt unter dem Motto „Vom Geist der Zeit“ fast ein Heimspiel war. Vorgestellt wurde der in Bad Marienberg geborene Politiker von seinem ehemaligen Schulkameraden Dr. Stephan Krempel, der ihn mit Vergnügen an die gemeinsame Zeit am Konrad-Adenauer-Gymnasium erinnerte, aus einer vom Jungredakteur Jörg Geibel verfassten Klassenzeitung las und ihn warnte: „Es sind ehemalige Lehrer da! Du solltest gleich besonders auf deine Diktion beim Vortrag achten!“

Versammelt beim Neujahrsempfang war alles, was in der hiesigen Kommunalpolitik oder dem Gemeinwesen Rang und Namen hat, angefangen vom MdB Joachim Hörster über die Vertreter von Kreis, Verbandsgemeinden und Stadt bis hin zu Vereinsmitgliedern. Ein besonderer Willkommensgruß galt dem Ehrenmitglied Josef Kehr sowie dem Ehrenvorsitzenden Gerhard Krempel, der vor 27 Jahren Ideengeber des Neujahrsempfangs war. Sie alle waren gespannt, was der prominente Wäller, der im Dezember 2010 zum Innenminister des Freistaates Thüringen ernannt wurde, zum Geist der Zeit zu sagen hatte.

Lag es an seiner Nähe zur Goethestadt Weimar, dass Geibert nicht von dem Geist der Zeit, der einem Chamäleon gleiche, sprach, sondern gleich viele Geister der Zeit benannte? Die mit Kompetenz zu beherrschen sind, will man ihnen nicht verfallen, wie einst Goethes Zauberlehrling? Klagt dieser doch „Herr, die Not ist groß! Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los“. Hat der Lehrling einen Meister nötig, so machte Geibert klar, dass es heute um die Kompetenz jedes Einzelnen geht, will man den Fragen der Zeit richtig begegnen. Eine solide Grundlage dafür sah er in Prinzipien, wie sie die Zehn Gebote und die Bergpredigt für ein menschliches Miteinander geben, aber ebenso in dem Demokratie- und dem Rechtsstaatsprinzip. Dabei bedeute konservativ aber nicht, an Dingen festzuhalten, die anachronistisch geworden sind. Auch Daniel Björn Kraft, neuer Vorsitzender der CDU Westerburg, hatte in seiner Begrüßungsansprache schon und das mit mimischem Talent an die Verantwortung des Einzelnen appelliert. In seinem Grußwort nahm Landrat Achim Schwickert diesen Gedanken auf und betonte die Notwendigkeit, miteinander zu reden, um zu vernünftigen Ergebnissen zu kommen. MdL Ralf Seekatz skizzierte als Bürgermeister der Stadt Westerburg die Leistungen des vergangenen Jahres und informierte, dass die Vermarktung des ehemaligen Kasernengeländes gut voranschreitet; ein weiterer Vertrag mit einer Spedition ist abgeschlossen.

Die gelungene musikalische Umrahmung dieses inspirierenden Neujahrsempfanges hatten Kerstin Schüler (Gesang) und Andreas Huth (E-Piano, Gesang) sowie der Junge Chor Independence Voice Hergenroth (Leitung Nina Podelski) übernommen. Als Geschenk überreichte Bürgermeister Gerhard Loos dem Gastredner Kräuterwind-Produkte und dankte für die glänzende Rede. Traditionell waren alle Besucher des Neujahrsempfangs im Anschluss zum gemütlichen Beisammensein eingeladen. „Gehen wir nun gemeinsam in das neue Jahr“, so hatte Kraft gewünscht.

Von unserer Mitarbeiterin Angela Baumeier

Quelle: Westerwälder Zeitung vom Montag, 16. Januar 2012, Seite 22